Es führen viele Wege ins Studium. Meiner begann 2015 mit meiner Ankunft aus Syrien. In Deutschland habe ich meinen Meisterbrief erworben und mir dann den Traum vom Studium erfüllt.

Ende 2015 bin ich aus Syrien nach Deutschland geflüchtet. Zuerst habe ich hier einen Hauptschulabschluss gemacht, dann ein Jahrespraktikum absolviert und anschließend eine Ausbildung zum Friseur begonnen.  Nach der Ausbildung habe ich den Friseurmeister gemacht und mich so für das Studium qualifiziert. Ich bin also nicht den klassischen Weg übers Abitur gegangen, sondern über den sogenannten „Bachelor Professional“. Es war nie einfach – aber ich bin stolz auf alles, was ich erreicht habe.

Ich liebe es, anderen zu helfen und Wissen weiterzugeben. Deshalb möchte ich später auch an einem Berufskolleg unterrichten. Ich möchte Menschen ausbilden, die selbst eine Ausbildung zum/zur Friseur:in machen. Ich möchte etwas hinterlassen, etwas bewegen.  Und ich hoffe, dass mein Weg auch anderen Mut macht, ihren eigenen zu gehen. Alles ist möglich – man muss nur dranbleiben.

Allgemeine Chemie. Als Friseur lernt man ein wenig Chemie, aber im Studium ging es gleich richtig los.  Ich bin zweimal durchgefallen, beim dritten Versuch habe ich es geschafft. Ich habe viel Zeit investiert, aber es hat sich gelohnt, denn jetzt wird das Studium praxisnäher und interessanter. Ich merke, wie viel Spaß es macht, wenn man erst einmal drin ist.

Ich engagiere mich in der Fachschaft, bin Mitglied in der Berufungskommission und im Studienbeirat – dort vertrete ich die Studierenden. So bekomme ich mit, wie Entscheidungen an der Uni getroffen werden und was in den Gremien passiert. Außerdem bin ich im Buddy-Programm aktiv. Das bedeutet, ich unterstütze Studierende beim Einstieg – mit Stundenplanberatung, Campusführungen und allem, was dazugehört. Das hat mir selbst damals enorm geholfen und jetzt gebe ich das gerne weiter.

(Das Interview mit Mohamed haben wir im April 2025 geführt.)